Wir sind ausdrücklich für Freude geschaffen! - Ein Gespräch mit Stewart Blackburn, Hawai'i (Teil 1)

Ich freue mich so sehr, dass ich Gelegenheit hatte, ein sehr inspirierendes Gespräch mit dem Autor, Huna-Lehrer und "Shaman of Pleasure" Stewart Blackburn zu führen! Einmal quer über den Globus von Big Island, Hawai'i nach Bayern, Deutschland teilt Stewart zahlreiche wertvolle Impulse und transformierende Einsichten aus der ebenso kraft- wie freudvollen spirituellen Weisheit Hawai'is mit uns. Der Text ist das deutsche Transkript eines Video-Interviews, das Du in englischer Sprache mit deutschen Untertiteln auch auf meinem YouTube-Kanal ansehen kannst.

 

Christoph: Ein herzliches Willkommen und MAHALO (Danke) an Stewart Blackburn! Ich freue mich so, dass wir hier zusammengekommen sind! Und wie Du grade erst gesagt hast: zwischen uns ist der gesamte Globus! Wir sind auf der jeweils anderen Seite der Welt und trotzdem können wir uns unterhalten. Das ist doch wunderbar!

 

Stewart: Ja das ist eine wundervolle Sache. Und ich freue mich sehr mit Dir hier zu sein, Christoph! Das wird ein Spaß!

 

Christoph: Ja das wird es! Lass mich Dich kurz etwas vorstellen: Du lebst auf Big Island, Hawai'i. An der Ostküste, glaube ich, richtig?

 

Stewart: Ja, an der Ostküste, an der "wilden Seite" des Vulkans Kilauea. Vor zwei Jahren floss die Lava hier. Sie hat den Hügel und die Strasse gleich da oben abgeriegelt und hätte beinah die Straße da unten auch zerstört.. Und ich hatte die vulkanischen Gase drei Monate lang über meinem Haus.  700 Häuser wurden durch die Lava zerstört. Einige meiner Freunde haben ihr Zuhause verloren. Es war also eine wirklich wilde Zeit hier... aber jetzt ist es sehr friedlich. Ja... hier lebe ich: auf einem aktiven Vulkan, wo jederzeit eine Eruption stattfinden kann... und das auch manchmal tut... (lacht) Aber das bedeutet einfach, dass diese Gegend hier eine Gewisse Wildheit besitzt, die ich ganz besonders schätze.

 

Christoph: Dein Haus hast Du damals aber nicht verloren oder?

 

Stewart:  Nein mir gehts gut. Mein Garten ist voller Bäume und Blumen.

 

Christoph: Sehr gut. Denn im Januar hab ich Serge Kahili King getroffen und er erzählte mir, dass sein Haus jetzt unter einer dicken Lava-Schicht begraben ist...

 

Stewart:  Ja das ist sehr schade. Denn es war ein sehr schönes Haus. Aber das passiert eben, wenn man auf einem aktiven Vulkan lebt...

 

Christoph: Du bist Autor, spiritueller Lehrer und Berater, Huna-Lehrer... Und auf Deiner Website habe ich den wunderbaren Satz gefunden, dass Dein Ziel ist, mehr Freude in diese Welt zu bringen, richtig?

 

Stewart: Absolut!

 

Christoph: Und du nennst Deine Arbeit auch den "Schamanismus der Freude", richtig?

 

Stewart: Ja das ist eine der Bezeichnungen... Der Gedanke dabei ist folgender: Wir vergessen oft, dass die Motivation für alles, was wir tun... die Motivation für all das ist, dass wir uns besser fühlen, als wir es im Moment tun... D.h. Freude/Vergnügen (engl. Pleasure) ist ein allgemeiner Begriff, der all die verschiedenen Arten von "Wohlgefühl" in sich vereint. Darunter sind Liebe, Freude, Glücklichsein und all diese Dinge. Wir versuchen also immer, uns besser zu fühlen und wir vergessen oft, wenn wir in der Hektik des Lebens feststecken, dass wir uns eigentlich nur gut fühlen möchten! Viele Menschen arbeiten sehr hart, um genug Geld zu haben, damit es ihnen gut geht. Aber sie haben gar nicht mehr die Energie, es sich gut gehen zu lassen, weil sie nur immer dafür arbeiten, Geld zu verdienen und das zu ermöglichen...

Die Idee ist also, den Menschen dabei zu helfen, sich viel bewusster zu werden, was es braucht, um sich gut zu fühlen. Wobei es darum geht. Achtsam zu sein, ob ich mich gut fühle. Mich bewusst zu entscheiden, mich gut zu fühlen. Mich zu entscheiden, etwas zu genießen. Der beste Weg, um mehr Freude in Deinem Leben zu haben, ist die Dinge zu genießen, die du magst!

Aber es ist auch wichtig, uns zu erinnern, dass Freude unsere Reaktion auf eine Erfahrung ist. Es ist keine Sache an sich. Sondern eine Reaktion. Alles Vergnügen kommt auch zu einem Ende. Es ist also auch wichtig, uns zu erinnern, dass alles, was wir geniessen, irgendwann zu einem Ende kommen wird. Sogar die Beziehung zu Menschen, die wir lieben, wird irgendwann zu einem Ende kommen. Zumindest auf physischer Ebene. Es gibt also viele Arten, auf die Freude funktioniert, und die wir verstehen lernen können, um mehr Freude in unserem Leben zu haben. 

Ein weiterer wichtiger Aspekt davon ist, dass Du durch Freude, oder wenn Du Dich gut fühlst, weißt, dass Du mit Deinem Hohen Selbst verbunden bist. Dein ganzer Körper, Dein ganzes Sein ist aufgebaut auf Freude. Du bist ausdrücklich für Freude erschaffen!

Und deshalb: wenn wir das im Kopf behalten, dass Freude der Schlüssel zur Verbindung mit unserem Hohen Selbst ist... es fühlt sich gut an, wenn wir in Verbindung damit sind und es fühlt sich ziemlich schlecht an, wenn wir nicht in Verbindung damit sind... Wenn Du Dich also schlecht fühlst, dann zeigt Dir das, dass Du nicht in Verbindung mit Deinem Hohen Selbst bist... Das ist ein sehr einfaches und sehr wirkungsvolles System!

Deshalb möchte ich sagen: wenn es bei etwas nicht um Freude oder Liebe geht - wozu die Mühe?!

Christoph: Ja wunderbar!... Wir sind geschaffen für Freude! Und ich bin ziemlich sicher, dass alle Menschen tief in ihren Herzen, im Kern ihres wahren Wesens das im Grunde auch wissen! Und dass sie das Gefühl haben, dass sie, wenn sie wirklich "zuhause" sind, wie Du es in Deinem Buch nennst, genau da sind, wo sie sein sollten. Dass das Leben nicht gedacht ist als eine... grimmige Angelegenheit... oder als leidvoll.

Aber: was denkst Du ist der Grund dafür, dass so viele Menschen in einer Welt von Glaubenssätzen leben, die soweit entfernt ist von dieser Wahrheit, dass sie von ihrem Wesenskern her für Freude geschaffen sind und dass die Welt und das Leben freudvoll gedacht sind...? Was glaubst Du ist der Grund dafür, dass viele Menschen das nicht für möglich halten und in einer Welt leben, die davon weit entfernt ist?

 

Stewart: Ich würde sagen: über hunderte von Jahren wurde uns beigebracht - vor allem den Menschen in den westlichen Zivilisationen, aber auch den Indern und Chinesen - dass es so etwas wie eine übergeordnete Pflicht gibt, der man folgen und die man pflegen muss. Dass wir unser Leben auf eine bestimmte Weise Leben sollen. Das ist eine Art... naja man könnte es fast Gehirnwäsche nennen... aber jedenfalls ist es eine Art Programmierung, die den Menschen an der Spitze ermöglicht, die Kontrolle zu behalten über die Menschen, die nicht an der Spitze sind. Uns wurde also erzählt, dass wir bestimmte Dinge tun sollen. Und manche Menschen würden sogar sagen: "Gott hat das gesagt!", deshalb musst Du das oder jenes tun und so weiter. All diese Ideen laufen aber grundlegend dem zuwider, wie wir eigentlich als Menschen angelegt sind. Wenn Du der Natur dessen folgst, der Du wirklich bist, und feststellst, dass Dir bestimmte Dinge Freude machen und andere Dich langweilen... oder manches befriedigt Dich nicht mehr so, wie es das bislang tat... dann gehst Du einfach weiter zu einem größeren Vergnügen. Und wenn Du weitergehst auf diesem Weg, wirst Du zunehmend mehr und mehr freudvolle Dinge finden, mit denen Du Dich verbinden kannst. Und dann lässt Du auch diese wieder hinter Dir und gehst weiter zu noch höheren Freuden und kommst zu der großen spirituellen Freude, in der Du einfach die Verbindung mit Deinem Hohen Selbst genießt. 

Dabei gibt es aber nun alle möglichen Stolpersteine und Menschen, die Dir sagen werden "Nein nein, so macht man das nicht! Du musst das auf diese Weise machen, oder auf jene...". Ich würde sagen, dass wir jeden seine eigenes Glück finden lassen sollten, denn wir sind alle einzigartig, wir sind alle verschieden. Und so ist auch verschieden, was uns Freude macht. Was uns begeistert und Liebe und Spaß bringt, ist für jeden von uns unterschiedlich. Also muss jeder von uns seinen eigenen Weg finden. Und es gibt keine Doktrin oder Philosophie, die für jeden passt. 

Es geht hier darum, zu verstehen, dass wir eine enorme Macht haben. Und das ist die Macht, zu wählen. Unsere Macht liegt hauptsächlich darin, was wir denken. Nicht einmal unbedingt, WIE wir denken, sondern WAS wir denken. Wir haben die Fähigkeit, auszuwählen, was wir denken. Und was wir denken, beeinflusst zum allergrößten Teil, wie wir uns fühlen. Wenn wir also darauf achten, was wir denken und wie wir uns dadurch fühlen, können wir sehr machtvoll werden, indem wir diejenigen Entscheidungen treffen, die uns glücklich machen! Aber es geht darum, genau auf die Gedanken zu achten, die in jeden Moment einfliessen. 

 

Christoph: Ja. Und der erste Schritt dazu ist, dass wir ersteinmal erkennen, dass wir diese Macht haben, oder? Und dass wir sie annehmen. Denn viele Menschen glauben, ihre Gedanken kommen einfachso und dass es ja nicht so wichtig ist, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken... Da gibt es noch immer viele falsche Glaubenssätze dazu und es ist hier noch ein Stück Weg zu gehen für uns als Menschheit... aber ich habe den Eindruck, wir schreiten immer zügiger voran, oder?

 

Stewart: Ja da stimme ich Dir zu. Ich denke der wichtigste Aspekt im Umgang mit unseren Gedanken ist, sehr sehr wachsam zu sein, dass unsere Gedanken uns nicht runterziehen, uns nicht kritisieren und uns uns schlecht fühlen lassen im Bezug auf uns selbst. Unser Selbstwertgefühl ist sehr sehr kostbar. Und es hängt davon ab, wie wir über uns selbst denken. Um wirklich machtvoll und glücklich zu sein, und um wirklich die Dinge zu erreichen, die wir erreichen möchten, müssen wir ein gut gepflegtes Selbstwertgefühl haben, Selbstvertrauen, wenn Du so möchtest. Und das erreichen wir, indem wir darauf achten, wie wir mit uns selbst innerlich sprechen.

Wenn wir uns also ständig selbst kritisieren, weil wir nicht dieses sind oder jenes tun, dann zerstören wir damit unser Selbstwertgefühl und wir verletzen uns selbst enorm. Ein Verständnis dafür, wie wir uns selbst behandeln, ist also ein essenzieller Schritt zu unserer Selbstermächtigung.

 

Christoph: Ja. Absolut. Und in Deinem Buch schreibst Du: "Die Dinge entwickeln sich besser für mich, wenn ich meine Schwingung so hoch wie möglich halte", richtig?

 

Stewart: Ja exakt, das meine ich.

 

ChristophJa. Aber viele Menschen - naja ich kann mir vorstellen, dass viele sich fragen: "Wie mach ich das denn? Wie kann ich meine Schwingung hoch halten?" Ein Beispiel: ich weiß nicht, ob Du das kennst, dass Du morgens aufwachst und du fühlst Dich etwas mürrisch. Du weißt nicht so recht, warum, aber Du fühlst Dich nicht gut und hattest vielleicht einen schlechten Traum oder Du hast einfach gemischte Gefühle, was den vor Dir liegenden Tag angeht... Nun ist es aber doch sinnvoll, von dem Moment an, wo wir aufwachen, in einer hohen Schwingung zu sein, in einer guten Gefühlslage von Freude und Begeisterung... Also: wie mach ich das?

 

StewartDas ist eine hervorragende Frage! Also: Wenn Du mürrisch aufwachst, bedeutet das, dass Du noch nicht fertig bist mit der Verarbeitung der Emotionen, die vom Vortag und der Nacht noch in Dir sind. Die Nacht und der Schlaf und die Träume sind dafür gedacht, Dir bei der Verarbeitung Deiner Emotionen zu helfen, die Dir tagsüber begegnet sind. Wenn Du viele Gefühle hast, denen Du nicht erlaubt hast, komplett durch Dich hindurchzufliessen, werden die wieder auftauchen und Dich unglücklich machen. Das heißt, Du musst Dir Zeit nehmen und Dir erlauben, einfach dazusitzen mit all Deinen Gefühlen. In unserer Kultur legen wir keinen besonders großen Wert auf Gefühle und deren Verarbeitung. Aber Deine Gefühle sind Deine energetischen Erfahrungsermöglicher. Du blockierst also Deine eigene Lebensenergie, indem Du die Gefühle, die Du hast, nicht komplett fühlst! Und das macht Dich mürrisch. 

Das ist es übrigens, wofür Meditation da ist. Uns Gelegenheit zu geben, alle Energien wahrzunhemen, die sich in uns bewegen, sie gehen zu lassen und danach erfrischt und bereit zu sein, neue Erfahrungen zu machen. Es ist also sehr wichtig, sich die Zeit zu nehmen - und es braucht eine Menge Zeit - all die Gefühle zu verarbeiten. Und all der Energie zu erlauben, dass sie auf heilsame Weise ein- und ausströmt. Du weißt, dass Du diese Aufgabe erledigt hast, wenn Du Dich gut fühlst, und Du weißt, dass Du noch nicht ganz fertig damit bist, wenn Du Dich nicht gut fühlst.

Wenn Du also morgens mürrisch aufwachst ist es Zeit, eine Weile einfach dazusitzen, bis Du Dich besser fühlst. Es gibt da keine magische Praxis, die wir durchführen müssen, sondern es reicht, einfach nur dazusitzen und all der Energie zu erlauben, ihren Weg durch Dich hindurch und wieder hinaus zu finden... Hab ich Deine Frage beantwortet?

 

ChristophJaja das hast Du! Und es ist spannend, weil ich viel über all diese Dinge lese, aber nicht erwartet hatte, dass Du diese Antwort gibst. Sehr gut! Danke! Das heißt also: einfach morgens meditieren, oder? Dasein und die Gefühle fühlen, richtig?

 

StewartJa genau. Also Du kannst meditieren, wann immer Du möchtest... ich selbst meditiere z.B. mitten in der Nacht. Ich schlafe zwei oder drei Stunden, stehe dann auf und meditiere für ein paar Stunden und gehe dann wieder schlafen. So mache ich es, weil ich das mag, einen ersten Schlaf und einen zweiten Schlaf zu haben. Aber was auch immer für DICH funktioniert, ist der richtige Weg, das zu machen. Aber Du brauchst diese Verarbeitungszeit.

 

ChristophJa. Sehr gut. Ok. Dann lass uns doch als nächstes  ein wenig über ALOHA sprechen, ok?

 

Möchtest Du wissen, wie's weitergeht? Zu TEIL 2 geht's hier lang!


Mehr über Stewart Blackburn, den "Shaman of Pleasure" findest Du auf seiner Website unter: www.stewartblackburn.com

 

P.S.: Wäre es nicht schön, sich vollkommen wohl zu fühlen und zu fühlen, dass es Dir immer gut geht? Stewarts neuestes Buch, „It’s Time to Come Home“, zeigt einen Weg, um zu dem Gefühl zurückzukehren, in uns selbst zu Hause zu sein. 

Übrigens:

Wenn Du Lust hast, die Wunder von Stewarts Heimat, Big Island, Hawai'i live zu erleben, hast Du dazu  Anfang kommenden Jahres bei unserer Huna-Reise nach Big Island und Kaua'i die Gelegenheit!

Für weitere Infos, einfach auf das Bild klicken. :)


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