Vorsicht vor Säbelzahntigern... - Oder: die Welt ist das, wofür Du sie hältst

Mit Erstaunen stelle ich immer wieder fest, dass viele Menschen offenbar Freude daran zu haben scheinen, grundsätzlich das Schlechteste zu erwarten. Ok, zugegeben: das ist etwas provokativ formuliert, aber auch wenn die meisten von uns daran vermutlich nicht unbedingt Freude haben, so ist es doch ein sehr gut geölter Automatismus.


Grundsätzlich stimmt das ja, aber...

Ich führe relativ häufig Gespräche mit Menschen über Bewusstseinswandel und gesellschaftliche Veränderungen und beinahe jedesmal fällt mir dabei Folgendes auf: in diesen Gesprächen argumentieren beide Seiten immer mit viel Engagement, aber an irgendeinem Punkt kommt oft von meinen Gesprächspartnern der Satz: „klar, grundsätzlich hast Du ja recht, aber…“ Nach diesem „aber“ folgt dann wahlweise irgendeine Aussage darüber, warum meine Argumente natürlich im Grunde berechtigt, schön und gut seien, aber die Wirklichkeit dem natürlich vollkommen entgegen stehe und eine positive Veränderung doch sowieso nie und nimmer realisierbar sei. 

Ein Beispiel: ich verfolge seit einiger Zeit in den Medien und auf Facebook die Diskussion über das bedingungslose Grundeinkommen. Was mir dabei immer wieder auffällt, ist das Phänomen, dass viele Menschen - jeweils mit ihren eigenen Worten, aber immer im selben Grundtenor - sinngemäß dazu sagen „das ist ja alles ganz nett, aber dieser und jener Grund verhindert ja, dass man das jemals wird einführen können. Denn die Welt ist schlecht, der Mensch ist schlecht und das System ist schlecht.“ 

Ich frage mich dann immer: wieso entscheiden sich diese Menschen dafür, in einer Welt leben zu wollen, in der das so ist?


Wir haben die Wahl 

Denn der Clou an der Sache ist: wir haben die Wahl! Wir können uns dafür entscheiden, in was für einer Welt wir leben wollen, und zwar einfach nur mittels unserer Bewusstseins. Hier kommt das erste der sieben Grundprinzipien des hawaiianischen Huna-Schamanismus ins Spiel. Es lautet: 


Das hawaiianische Wort „Ike“ bedeutet soviel wie „Bewusstsein“, „sehen“, oder „wissen“. Durch die Macht unseres Bewusstseins liegt die Entscheidung, wie wir die Welt wahrnehmen in jedem Augenblick bei uns selbst. Wir können uns entscheiden, was wir „sehen“ möchten, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten möchten. Daraus entsteht unsere Wirklichkeit. Das müssen wir gar nicht nur auf größere gesellschaftliche Themen wie die oben als Beispiel erwähnten anwenden, sondern es gilt auch ganz im Kleinen, in jedem einzelnen Augenblick unseres Alltags.


Wir schummeln bei unserer Wahrnehmung  

Durch unsere Sichtweise erschaffen wir unsere Welt? Ist es wirklich so einfach? Ist es, denn die uns umgebende Wirklichkeit ist überaus komplex und wir erfassen mit unseren Sinnen und unserem Tagesbewusstsein ohnehin immer nur einen winzigen Bruchteil der Wirklichkeit. 

Unsere Wahrnehmung bedient sich diverser Filterfunktionen, um unser Gehirn nicht zu überfordern. Wissenschaftler gehen davon aus, dass wir von 400 Milliarden Datenbits an Information, die pro Sekunde auf uns einprasseln, nur ungefähr 2000 Bits aufnehmen und verarbeiten. Das ist immer noch eine beträchtliche Leistung, aber es ist doch nur ein verschwindend geringer Bruchteil dessen, was uns unsere Umwelt in jeder Sekunde an Eindrücken zur Verfügung stellt. 

Wir arbeiten dabei mit Tilgung, Verzerrung und Generalisierung, um unserem Hirn die Verarbeitung der riesigen Datenmengen zu erleichtern. Bei Einsatz der Tilgungs-Funktion erreichen bestimmte Reize das Bewusstsein erst gar nicht, weil wir sie nicht wahrnehmen können oder wollen. Durch Verzerrung wird die eingehende Information vereinfacht und geändert. Durch Generalisierung verallgemeinern wir Informationen und schließen von einem bestimmten Sachverhalt auf viele weitere. All dies tun wir, wie gesagt, um unserem Gehirn die Verarbeitung der Masse an Sinneseindrücken zu erleichtern.

Das bedeutet aber: wir nehmen nie wirklich objektiv etwas „wahr“, sondern erschaffen fortwährend eine Version unserer Umwelt aus den gefilterten Reizen, die wir zu uns durchgelassen haben! Wenn wir die Welt um uns herum also ohnehin ständig interpretieren, warum sollten wir uns dann nicht dafür entscheiden, sie so zu interpretieren, dass wir gerne in ihr leben? 

Denn unabhängig von den aufgeführten Argumenten, spricht vor allem eines dafür, IKE in unser Leben zu integrieren: positive Emotionen! Um das vorhin verwendete Beispiel noch einmal aufzugreifen - was fühlt sich besser an: an die Realisierbarkeit beispielsweise eines bedingungslosen Grundeinkommens zu glauben und in einer Welt zu leben, in der der technologische und wirtschaftliche Fortschritt zu einer neuen, freieren und menschlicheren Lebenswirklichkeit jedes Einzelnen führt, oder ein negatives Welt- und Menschenbild zu kultivieren, in dem Gegenwart und Zukunft dystopische Züge tragen? Ich denke, die Antwort ist eindeutig, und doch tun sehr viele Menschen letzteres. Vermutlich, weil sie sich ihrer Macht und ihrer Wahlfreiheit nicht bewusst sind.


Du kannst d(e)i(n)e Welt ändern, indem du dein Denken änderst

Was haben diese Erkenntnisse nun für konkrete Auswirkungen auf unser alltägliches Erleben? Die Sichtweise auf die Welt, die wir uns durch die Ausrichtung unseres Bewusstseins erschaffen, erzeugt in uns zuallererst einmal Emotionen. Durch sie können wir die Welt erfahren, sie fühlen. Richten wir unsere Aufmerksamkeit also im Außen auf etwas Negatives, so wird es in unserem Inneren sehr zwangsläufig und sehr bald eher düster aussehen. Wir erleben negative Emotionen, die wiederum zu negativen Gedanken führen, die dann letztendlich unsere negative Weltsicht zu bestätigen scheinen. Es ist ein sich selbst verstärkender Kreislauf. 

Und es geht sogar noch weiter: Denn „wie außen, so innen“ bedeutet im Gegenzug auch „wie innen so außen“. Und damit kommen wir zu dem, was dem ein oder anderen als Resonanz-Gesetz bekannt sein dürfte. Wenn wir unsere Aufmerksamkeit auf etwas Negatives richten, verändert sich nicht nur unsere Innenwelt, sondern zugleich wächst im Außen das, worauf wir unser Bewusstsein ausgerichtet haben. Der sich selbst verstärkende Kreislauf wird dadurch also noch um eine wichtige Komponente mächtiger. Das Schöne ist aber: das Ganze funktioniert nicht nur in Richtung negativer Gedanken, Emotionen und Manifestationen, sondern natürlich auch in die andere Richtung, die einer positiven Innen- wie Außenwelt. 

Allen, die spätestens jetzt vielleicht denken „oh nicht schon wieder so ein New-Age-Gequatsche von manifestieren und positivem Denken…“, möchte ich folgendes entgegnen: ungeachtet der Tatsache, dass es zum Thema „Geist erschafft Materie“ mittlerweile durchaus auch naturwissenschaftliche Erklärungen gibt, ist die Existenz solcher Erklärungen nicht in erster Linie entscheidend. Ebensowenig, ob dieses Prinzip allgemein anerkannt ist, oder ob es mittlerweile fast schon wieder nervt, weil man überall darüber liest und schon allein deshalb „mal grundsätzlich daran zweifeln“ sollte. Es ist auch nicht wichtig, ob von außen eine Bestätigung für eine solche Funktionsweise der Welt zu uns kommt. 

Die einzige Frage, die entscheidend ist, ist auch hier wieder nur: in was für einer Welt möchte ich leben? Möchte ich in einer Welt leben, in der das Gesetz der Resonanz zutrifft, oder in einer, in der ich machtlos bin und meine innere Welt keinerlei Einfluss auf meine äußere Welt hat? Das ist die einzige Frage, die wir uns stellen müssen. Es ist auch die einzige Frage, die ich mir stelle, wenn es wieder einmal um Grundsätzliches geht und ich zu sehr nach Bestätigung im Außen suche. Lasst uns also nach innen schauen und uns fragen: in was für einer Welt möchte ich leben?


Vorsicht vor Säbelzahntigern!

Wie wir gesehen haben, scheinen wir Menschen eine Tendenz dazu zu haben, grundsätzlich eher das Negative als das Positive zu sehen. Manche Wissenschaftler gehen davon aus, dass dies zum Teil auch evolutionär bedingt ist: ständig besorgt und auf der Hut zu sein, bot uns einen evolutionären Vorteil, da wir so immer aufmerksam und fluchtbereit waren. Das war nützlich in einer Welt, in der Säbelzahntiger hinter jeder Ecke darauf warteten, uns zum Abendessen zu verspeisen. Die Sache ist bloß: die Zahl der Säbelzahntiger hat in letzter Zeit in unseren Breiten doch stark nachgelassen. Unsere Tendenz, gerne erstmal grundsätzlich vom Schlechtesten auszugehen, dagegen nicht… das ist eher ungünstig, bedenkt man die oben erläuterten Konsequenzen dieses Verhaltensmusters für unsere Lebenswirklichkeit… und es ist auch nicht notwendig, denn wir haben in jedem Augenblick die freie Wahl!


Die Wahlfreiheit spüren: die Macht der Präsenz

Eine Möglichkeit, diese Wahlfreiheit zu erfahren, liegt in der Macht der Präsenz im gegenwärtigen Augenblick. Setze Dich an einen ruhigen Ort, achte auf Deinen Atem, wie er weich ein- und ausströmt und spüre Deinen Körper, der getragen wird von der Unterlage, auf der Du sitzt. Spüre einfach Dein Da-sein im gegenwärtigen Augenblick. Ist da ein Kern, eine Grundwahrheit, die du spüren kannst hinter all den wirbelnden Gedanken? Und wie fühlt sich dieser Kern an? Ich bin mir relativ sicher, dass er sich nicht negativ, nicht wie Angst anfühlt, sondern liebevoll und positiv ist. Wir dürfen diesen liebevollen Kern in uns mit Dankbarkeit annehmen und können uns jederzeit mit ihm verbinden.


In drei Sekunden d(e)i(n)e Welt verändern 

Diese Verbundenheit mit Deinem liebevollen Kern kannst Du auch im Alltag immer wieder erneuern, wenn Du merkst, dass Du Deine Aufmerksamkeit gerade auf eine Welt ausgerichtet hast, in der Du eigentlich nicht leben möchtest. Immer wenn Dir auffällt, dass Du Dich gerade für Angst, Bewertung, Trennung, Kritik und sonstige negative Gedankenmuster entscheidest, hast Du schon den ersten Schritt hin zur Veränderung getan: Du bist Dir dessen bewusst geworden. Lass dieses Bewusstsein eine Sekunde lang da sein und nimm es wahr. Dann entscheide Dich dafür, Deine Aufmerksamkeit neu auszurichten, indem Du Dir beispielsweise sagst „kraft meines Bewusstseins wähle ich nun stattdessen Liebe und Frieden“ (oder „Leichtigkeit und Freude“, oder was sich in der gegenwärtigen Situation am stimmigsten für Dich anfühlt). 

Wunderbar unterstützen kannst Du diesen Vorgang mit einer Technik, die die hawaiianischen Schamanen La’a kea, "heiliges Licht", nennen. Verbinde Dich dazu, wie oben erklärt, mit dem liebevollen Kern in Deinem Inneren und stell Dir nun vor, wie aus diesem Kern ein kraftvolles Licht hervortritt, das Dich einhüllt und umgibt. Es kann individuell unterschiedlich auch Farben, Klänge und Symbole enthalten, je nach Situation und Anwender. Schau einfach, wie sich Dein persönliches Licht Dir zeigt. 

La'a kea kannst Du mit ein bisschen Übung innerhalb einer Sekunde anwenden. In der dritten Sekunde unseres "Welt-Schöpfungs-Vorgangs" nimm nun das Dich umgebende Licht wahr, und spüre die Veränderung, die Du dadurch in Dir erfahren hast. So hast Du innerhalb von drei Sekunden Deine Welt und die Welt um Dich herum verändert!

Natürlich kannst Du mit dem Liebeslicht La'a kea noch viel länger als nur drei Sekunden arbeiten, wenn Du möchtest. Es steht Dir immer zur Verfügung und Du kannst es jederzeit einschalten, indem Du Dein Bewusstsein auf etwas Positives ausrichtest, Dich mit dem liebevollen Kern in Deinem Inneren verbindest und die dadurch entstehenden positiven Emotionen das Licht aufladen lässt. Wenn Du möchtest, kannst Du auch mit dem Licht sprechen und es bitten, den Raum und die Menschen in Deiner Umgebung zu harmonisieren. Damit hast Du ein wunderbares Instrument zur Hand, um sowohl die Welt in Deinem Inneren, als auch diejenige um Dich herum im wahrsten Sinne des Wortes licht-voll zu gestalten. Denn Du hast immer die Wahl: die Welt ist das, wofür Du sie hältst!



Wenn Du mehr über Huna, die Huna-Prinzipien, das Liebeslicht La'a Kea und weitere liebe- und lichtvolle Techniken erfahren möchtest, kann ich Dir das Buch "Der Stadtschamane" von Serge Kahili King sehr ans Herz legen. Es ist die Einführung in Huna und enthält viel transformatives Wissen und nützliches Handwerkszeug aus der spielerischen und freudvollen Welt des hawaiianischen Schamanismus.

 


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