Sei kein Ei - Oder: Warum wir uns öffnen dürfen für uns selbst und die Welt um uns herum

Immer öfter begegnet mir in letzter Zeit die Tendenz bei vielen Menschen (und auch bei mir selbst), sich innerlich und äußerlich abzugrenzen. Sei es einfach nur von einem Kollegen, mit dem man nicht klar kommt, oder von den Nachbarn, oder aber auch von einer ganzen Gruppe von Menschen oder einer bestimmten Weltanschauung.

Das ist verständlich. Die meisten von uns haben klare Vorstellungen davon, was oder wen sie in ihren „inner circle“ lassen möchten und was oder wen nicht. Diese Vorstellungen brauchen wir auch, sie sind nützlich, um uns überhaupt in der Welt orientieren zu können. Zum Problem wird das ganze nur dann, wenn es dazu führt, dass wir unseren „inner circle“ immer kleiner werden lassen und die Welt außen herum dadurch zunehmend feindlicher erscheint.

Und genau das scheint im Moment überall zu passieren. Größtes und augenfälligstes Symbol dafür sind momentan wohl die fanatisch verfolgten Pläne des gegenwärtigen US-Präsidenten zum Bau einer riesigen Mauer an der mexikanischen Grenze. Das Mauerbauen kommt gerade wieder groß in Mode. Kein Wunder also, dass sich diese Tendenz bis in das alltägliche Verhalten jedes einzelnen von uns hinein verstärkt zeigt. Viele würden Donald Trump aktuell vielleicht sogar zustimmen, wenn er wie unlängst auf einer Wahlkampfveranstaltung wörtlich sagt: „Barbed wire, when used properly, can be a beautiful sight“ („Stacheldraht richtig eingesetzt, kann ein schöner Anblick sein“)… Ich bin geneigt, ihm da zu widersprechen, und ich sage Dir auch warum.


Die Illusion der Getrenntheit

Die Sache ist nämlich die: wir können Stacheldraht um uns aufbauen, soviel wir möchten, Getrenntheit ist und bleibt eine Illusion. Sicherlich zwar bisweilen eine nützliche (Stichwort Orientierung), aber eben letztendlich doch eine Illusion. Jaja, ich höre schon die empörten Widersprüche: „also ich fühl mich grad ziemlich getrennt von dem eklig wirkenden Typen, der mir gegenüber in der Bahn sitzt…“. Sicher: unsere Sinne und unsere bewusste Wahrnehmung übermitteln uns den sauber separierten Erfahrungsraum, in dem wir uns tagtäglich bewegen. Auf der Ebene des allerkleinsten, in der Welt der Quanten sind wir aber keineswegs die getrennt voneinander herumlaufenden Biomasse-Päckchen, für die wir uns halten. Die Physik weiß schon seit einiger Zeit, dass einzelne Teilchen von allem, was existiert, über das gesamte Universum verteilt sind. Während ich hier am Schreibtisch sitze, kann es also beispielsweise sein, dass eines meiner Elektronen im Moment am Andromeda-Nebel vorbeisaust. Selbstverständlich ist und bleibt dabei die bei weitem größte Menge meiner Elementarteilchen hier auf dem Schreibtischstuhl konzentriert (was der Grund dafür ist, dass man mich sehen und anfassen kann), aber eben nicht alle. 


Was das mit Dir und dem Amazonas-Regenwald zu tun hat

Das könnte uns jetzt theoretisch egal sein, wäre da nicht das große Ganze: denn wenn ich zugleich hier, aber auch ein bisschen überall anders bin, dann heißt das im Gegenzug, dass mein ungeliebter Nachbar zwar zum überwiegenden Teil in seinem Wohnzimmer hinter der Wand seines Hauses sitzt - aber eben auch ein ganz klein wenig hier bei mir ist. Und nicht nur er, sondern auch alle anderen Lebewesen auf dieser Welt. Nebenbei bemerkt: das ist beispielsweise auch ein Grund dafür, warum uns hier in Deutschland die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes trotz der großen Entfernung irgendwie auch ganz direkt und gefühlsmäßig betrifft, ob wir es bewusst wahrnehmen (möchten) oder nicht.


Von Netzen und Eiern

Die hawaiianischen Schamanen haben all das schon in alter Zeit erkannt (übrigens ganz ohne die Methoden der modernen Quantenphysik) und deshalb das Spinnennetz als Bild für eine Welt eingeführt, in der Alles mit Allem wie mit hauchdünnen Fäden verbunden ist.

Das Bild des Spinnennetzes passt gut und zeigt uns noch einen weiteren Aspekt: fällt ein Blatt in ein Spinnennetz, ist der Bereich, wo das Blatt landet, davon zwar am meisten betroffen, aber in geringerem Maße erzittert doch das gesamte Netz. Analog verhält es sich mit unseren Handlungen und Gedanken. Haben wir beispielsweise einen negativen, ausgrenzenden, bewertenden Gedanken über jemanden oder etwas, ist selbstverständlich unser eigener Körper und unsere Stimmung mehr davon betroffen, als ein Baum im Amazonas (und umgekehrt der Baum mehr von seiner Abholzung als wir hier), aber eben nur mehr und nicht ausschließlich. 

Die energetischen Fäden unseres Weltspinnennetzes werden im Hawaiianischen "Aka" genannt. Immer wenn wir mit jemandem oder etwas in Kontakt gehen, sei es persönlich oder gedanklich, stärken wir unsere Aka-Fäden zu dieser Person, der Gruppe von Personen oder auch beispielsweise einer bestimmten Weltanschauung. 

Versuchen wir aber das Gegenteil von Kontakt, nämlich eine innerliche Abgrenzung, ist das nur bis zu einem gewissen Grad erfolgreich. Denn die Allverbundenheit bleibt, sie kann nicht aufgelöst werden. Bildlich gesprochen: Würde man die Fäden des Spinnennetzes abschneiden, fiele es irgendwann in sich zusammen.

Schön und gut, könnte man jetzt sagen, aber für meinen Alltag hat das doch keine wirklich relevanten Auswirkungen… Vielleicht aber hat es die doch, denn wenn wir die Allverbundenheit als Weltbild akzeptieren, kommen wir von der Abgrenzung nach außen unweigerlich und sozusagen als Kehrseite der Medaille zur Abgrenzung nach innen und damit zu einem sehr wichtigen Punkt: der Selbstliebe. 

Dazu ein kleines Gedankenspiel: warum hat ein Ei eine harte Schale, die es nach außen hin schützt und abgrenzt? Weil sein inneres flüßig, sehr verletzlich und schwach ist. Für das Ei ist dieser Aufbau seit Jahrtausenden notwendig und sinnvoll. Für uns als Menschen aber eher nicht. Grenzen wir uns nach außen stark ab, machen wir uns dadurch zugleich innerlich schwach. 

Stell Dir einmal einen Menschen in einer typischen Abwehrhaltung vor: meistens wird er die Arme vor seiner Brust verschränkt haben. Was macht er aber mit dieser Haltung, wenn auch unbewusst? Er verschließt sein Herz. Und zwar keineswegs nur nach außen, sondern auch nach innen. Sein Herzzentrum wird insgesamt eng und so ist er auch zur Selbstliebe weniger bis gar nicht mehr fähig. 


Liebe und Selbstliebe

Öffnest Du Dich dagegen nach außen, nimmst also, um im Bild zu bleiben, die vor der Brust verschränkten Arme weg, öffnest Du Dich zugleich auch nach innen und für Dich selbst. Dann kannst Du beginnen, Dich selbst zu wertschätzen und zu lieben, innerlich zu leuchten und dieses Leuchten strahlst Du schließlich auch aus. Dieses Leuchten aus Deinem Inneren erreicht irgendwann die anderen mit Dir im Netz verbundenen Menschen und so hilfst Du ihnen, sich ebenfalls selbst mehr zu öffnen und von innen her zu leuchten. Dadurch hast Du auf einen Schlag drei Dinge erreicht: 

  1. Du hast Dich für Dich und Deine Selbstliebe geöffnet und bist innerlich stärker geworden. Dadurch brauchst Du nun gar keinen Stacheldraht mehr, der Dich vom Außen abschirmt, woraus folgt:
  2. Du kannst Durch die Öffnung nach außen auch positives von außen aufnehmen und wachsen - was Dir vorher verwehrt geblieben wäre. 
  3. Du trägst Durch Dein eigenes Leuchten, das in die Welt ausstrahlt, nun sogar dazu bei, dass andere auch anfangen können, ihr inneres Leuchten zu stärken und ihre Schutzschirme abzubauen. Letztendlich heilt jeder einzelne so durch die Hintertür die ganze Welt.

Falls Du jetzt denkst „ja das hört sich theoretisch super an, ist aber praktisch unrealistisch und schwer umzusetzen…“ -  klar das geht mir auch oft so. Es ist je nach Dicke der Eierschalen um einen herum keineswegs leicht. Und im Alltag sind wir alle sehr schnell dabei, abwertende und abgrenzende Gedanken zu haben und sie auch auszusprechen. Es erscheint uns oft viel leichter, Mauern zu bauen, als uns im Inneren zum leuchten zu bringen, so dass gar keine Mauern mehr nötig sind. Vielleicht scheint uns das aber auch nur deshalb so, weil wir es einfach so gewohnt sind… und Gewohnheiten lassen sich ändern. 

Zum Abschluss möchte ich Dir deshalb eine Meditationsübung vorstellen, die Dich dabei unterstützen kann, kein Ei mehr zu sein, sondern Dein Licht in die Welt zu tragen:


Herz-Meditation

Stell Dir einen kräftigen, großen Baum mit ausladender Krone und breitem Stamm vor, der vor Dir steht. Geh nun durch die Rinde des Baums hindurch in seinen Stamm hinein und stell Dich darin aufrecht hin. Spüre wie fest und stark der Baum in der Erde verwurzelt ist. Lass seine Wurzeln zu Deinen werden und spüre die Kraft, die Dir aus der Erde zufließt. Danach erweitere Dein Bewusstsein auf die ausladende Krone des Baumes und nimm wahr, wie er seine Äste zum Himmel streckt, der Sonne entgegen. Lass die Äste zu Deinen werden und spüre die Kraft, die Dir die Sonne schenkt. 

Dann kehre wieder zurück in den unteren Teil des Stamms und setz Dich entspannt auf den Boden. Öffne Dich innerlich und spüre in Dein Herz hinein. Lass eine weiß-goldene Lichtkugel in Deinem Herzen entstehen, und lass sie sich von dort in Deinem ganzen Körper ausbreiten. Spüre und genieße dieses Gefühl solange Du möchtest.

Nun stell Dir vor, wie sich Dir gegenüber ein lieber Mensch niederlässt (Dein Partner, ein Freund, ein Verwandter etc.). Ihr sitzt Euch entspannt auf dem Boden im Inneren des Baumes gegenüber. Nimm seine Anwesenheit wahr und lass von dem weißgoldenen Licht, mit dem Du Dich erfüllt hast, einen Lichtstrahl aus Deinem Herzzentrum ins Herzzentrum Deines Gegenübers fließen. Dein Gegenüber nimmt das Licht dankend an und schickt Dir daraufhin seinerseits einen Lichtstrahl. So seid ihr durch das hin und her fließende Licht zwischen Euren Herzen verbunden. Spüre und genieße diesen Austausch von Herzenergie, solange Du magst. 

Wenn Du einen Schritt weiter gehen möchtest, die „Fortgeschrittenen-Variante“ sozusagen, dann lass als nächstes einen Menschen Dir gegenüber im Baum Platz nehmen, von dem Du Dich normalerweise gerne abgrenzt, oder mit dem Du einen Konflikt hast (bspw. Deinen nervigen Nachbarn) und tausche auch mit ihm Herzenergie aus, solange Du möchtest.

Zum Abschluss lass das weißgoldene Licht aus Deinem Herzen nun überall in den Dich umgebenden Baum einströmen und fülle ihn damit an. Lass das Licht immer weiter im Baumstamm nach oben steigen uns stell Dir vor, wie es spiralförmig aufsteigt und Dich irgendwann mit nach oben zur Krone nimmt. Über die hoch aufragenden Äste des kraftvollen Baumes sendest Du nun das Licht Deines Herzens in die ganze Welt und verbindest Dich so mit ihr wie vorher mit Deinem Gegenüber. Wenn Du dieses Gefühl lange genug gespürt und genossen hast, bedanke Dich liebevoll bei Deinem Baum und Deinen Meditationspartnern. Steh auf, tritt aus dem Stamm und komm langsam zurück ins Hier und Jetzt, in den gegenwärtigen Augenblick.


Auch Reiki ist eine wunderbare Möglichkeit für Dich, um in Kontakt mit Dir selbst zu kommen!

Die Reiki-Energie fördert Dich auf Deinem Weg der Öffnung und der Selbstliebe.

Gerne unterstütze ich Dich durch eine Reiki-Behandlung beim Start in ein liebevolles neues Jahr 2019!

Melde Dich dafür einfach bei mir über das Kontaktformular!

Kommentar schreiben

Kommentare: 0